Ende Juni

In der let­zten Juni­woche ist viel passiert. Während der Pause des ersten Spiels im Rah­men der EM zwis­chen Hol­land und Wales, den ich bei Karin zu Hause schaute, begann es so extrem stark zu stür­men, wie ich dass in der Schweiz noch nie erlebt habe! Wir traut­en uns nicht, die Balkon­türen zu öff­nen und betra­chteten das Natur­phänomen durchs Fen­ster! Ger­ade als die zweite Hal­bzeit anf­ing, rief mich Sohn Jan (in Panik) an! «Das ganze Dach auf der Ter­rasse ist davonge­flo­gen!». Ich kämpfte mich sofort auf dem Velo durch die stür­mis­che Stadt heimwärts. Kreuz und quer durch umgewe­hte Reklameschilder, Plas­tik­garten­stüh­le, und sog­ar vom Wind gefällte Bäume! Das Balkon­vor­dach (3 auf 5 Meter) bei­der Woh­nun­gen von Rol­li und Denise (unter der Ter­rasse!) war vom Wind erfasst und abge­hoben wor­den. An der hohen Kante der Terasse hat­te es sich offen­sichtlich ein weit­eres Mal über­schla­gen, und nach diesem vollen «Turn­around» ist es oben auf mein­er Blu­menin­sel gelandet. Die bei­den Stützen lagen links und rechts daneben. Denise hat Fotos gemacht. Ich habe mit Jan und Rol­li das schwere Dach mit viel Mühe etwa einen Meter zur Seite geschoben. Der Feigen­baum hat sich als ziem­lich biegsam erwiesen. Ein paar leichte Bruch­stellen habe ich mit Pfläster­li geschützt, drei kleine Zweige sind abge­brochen, und den Rest habe ich gestützt, so dass sie wieder zum Him­mel hin­auf wach­sen kön­nen. Ines hat die Gebäude­ver­sicherung kon­tak­tiert, die fest­gestellt hat, dass das Dach ille­gal gebaut wurde, dass sie zuerst eine per­fek­te Zeich­nung präsen­tieren muss für das Bewil­li­gungsver­fahren, und dass auch dies noch keine Garantie ist für eine Baube­wil­li­gung! Ich bin inzwis­chen seit drei Tagen mut­tersee­le­nallein am Aufräu­men. Ich zerkleinere alles auf einen Meter lange Stücke, damit ich’s am Mon­tag mit dem reg­ulärem «Ghüder­auto» mit­geben kann! Ron­ny kommt’s nicht in den Sinn, mir zu helfen, obwohl er nicht viel anderes macht als Zeitung lesen und die Börse beobacht­en. Er hat dem Gebäude­ver­sicher­er vorge­wor­fen, das er sie vor 10 Jahren bei der Neuein­schätzung des Alt­baus nicht auf das Prob­lem hingewiesen hätten.

So weit, so schlecht. Inzwis­chen ist Brud­er Ben mit der grandiosen Idee gekom­men, unser diesjähriges Fam­i­lien­tr­e­f­fen auf einem Dreimas­ter-Segel­boot mit der ganzen Fam­i­lie de Boer Mitte Sep­tem­ber op‘t IJs­selmeer zu ver­anstal­ten! Ich habe mich mit Karin angemeldet, eventuell frage ich Sarah noch; es hat genug Platz. Je mehr See­len, desto mehr Freude! Und desto bil­liger wird der Durch­schnittspreis. Mann sollte aber ein wenig hol­ländisch kön­nen. €365.-pp. für 3T. Volpen­sion auf dem IJs­selmeer! Nicht schlecht, oder!?

Fussball

Inzwis­chen ist Hol­land in der EURO Vor­runde kläglich aus­geschieden; sowie auch die Deutschen, ABER die Schweiz­er haben im Achtel­fi­nal den Welt­meis­ter Frankre­ich geschla­gen!! Und zwar auf eine so span­nende, sen­sa­tionelle und über­raschende, aber auch glück­liche, nie dagewe­sene Art, dass sie sogle­ich zum poten­tiellen EURO Cham­pi­on hin­aufkat­a­pul­tiert wor­den sind! Diese Fuss­ball­profis, mehrheitlich aus­ländis­ch­er Herkun­ft, sind sehr auf ihr Äusseres bedacht und wer­den entsprechend von den Zeitun­gen als selb­stver­liebte Dandy‘s dargestellt; jet­zt aber sind sie auf ein­mal die Lieblinge der Nation! Worauf man als Schweiz­er stolz sein kann!? Gegen Mit­ter­nacht, kurz nach dem Schlussp­fiff, hat das Hup­konz­ert und der Cor­so durch Zuchwil/Solothurn (eine Rund­fahrt von 3 km!) begonnen. Die End­loss­chleife hat­te den Haupt­bahn­hof bei mir gegenüber als Zentrum/Zwischenstopp für die «Stand­ing Ova­tion». Nach zwei Stun­den war der Spuk wieder vor­bei, ohne dass ich mich darüber geärg­ert hätte…!

Am 1. Juli habe ich dann zum Monatsab­schluss meine netteste Mieterin (Moni­ka Müh­lethaler Yoga) ein­ge­laden zum Lunch im Bindella.