XII. 2020

Zum ersten Mal im Leben war ich beim Jahreswech­sel in Bett und habe nichts mit­bekom­men. Karin hat­te einen Spielabend mit der Nach­barschaft. Pinia war mit Sarah nach Locarno (wie­der­mal). Jan fragte mich, ob ich mitkom­men würde nach Zürich, wo er mit sein­er Fam­i­lie über­nachtete. Nach einem Spazier­gang durchs neue Bahn­hofvier­tel und einem feinen gemein­samen Essen, und während der Lärm immer lauter wurde, bin ich um 10 Uhr wieder in den Zug nach Solothurn gestiegen. 

Am ersten Arbeit­stag im neuen Jahr hab ich mein Tick­et via Dubai nach Calicut/Kerala gekauft. Am 30. Jan­u­ar gegen 22.00h fliege ich (für 1 Monat), und am näch­sten Tag zur gle­ichen Zeit (-5.30Std!) lande ich im Nor­den Ker­alas. Am 10. Jan­u­ar hat’s mich noch erwis­cht. Kaum war das Geburt­stags­fest (98!) von Karins Mut­ter im Mainz­er Alter­sheim fer­tig, begann ich schon zu schlot­tern. Erst nach ein­er Woche bin ich daheim zum Dok­tor gegan­gen, der mir eine schwere Grippe attestierte und Bet­truhe vorschrieb! Ich hat­te fiebrige Träume bzw. wunde Lip­pen und Nase, wo sich immer mehr Blutkrusten bilde­ten, die ich mit Sal­ben wieder aufwe­ichen musste. 

Nach der zweit­en Woche war der Spuk vor­bei, und ich kon­nte wieder einiger­massen funk­tion­ieren. Grade als die Coro­n­ahys­terie in Chi­na los­ging, aber rechtzeit­ig, um mich vorzu­bere­it­en auf meinen 16. Ker­ala-Besuch! Meine Kon­nex­ions dort sind inzwis­chen informiert, und ich werde im Feb­ru­ar zu wenig Zeit haben, um alle (Besuchs)Wünsche zu erfüllen. 

Nach Cali­cut oder bess­er gesagt Kozikhode muss man immer umsteigen: In Del­hi, Mum­bai oder Mus­cat. Dies­mal war’s Dubai, ein aus seinen Fugen gewach­sen­er, zum Teil super­mod­ern­er aber schlecht organ­isiert­er Flug­platz. Ich wurde zir­ka drei Std. «van‘t kassie naar de muur» geschickt, nur um mein Buchung­stick­et für Cali­cut zu bekom­men! Die erste Etappe bis Dubai ging rei­bungs­los. Das zweite Flugzeug, oder bess­er gesagt: Flugve­hikel, war uralt und viel zu eng. Es gab nur Wass­er pro Deo; Kaf­fee, Tee und Kuchen gegen Bezahlung, und das auch nur in Rupees oder Dirham (was ich nicht hat­te). Und in der Toi­lette kon­nte man nicht mal aufrecht ste­hen. Der Flug war von 22.00h bis 7.00h (9–3 = 6Std.!). Die ganze Nacht Kindergeschrei! Eine schwierige Geburt! Immer­hin erre­icht­en wir aber Cali­cut rechtzeit­ig und unversehrt, aber psy­chisch angeschlagen.