Zum ersten Mal im Leben war ich beim Jahreswechsel in Bett und habe nichts mitbekommen. Karin hatte einen Spielabend mit der Nachbarschaft. Pinia war mit Sarah nach Locarno (wiedermal). Jan fragte mich, ob ich mitkommen würde nach Zürich, wo er mit seiner Familie übernachtete. Nach einem Spaziergang durchs neue Bahnhofviertel und einem feinen gemeinsamen Essen, und während der Lärm immer lauter wurde, bin ich um 10 Uhr wieder in den Zug nach Solothurn gestiegen.
Am ersten Arbeitstag im neuen Jahr hab ich mein Ticket via Dubai nach Calicut/Kerala gekauft. Am 30. Januar gegen 22.00h fliege ich (für 1 Monat), und am nächsten Tag zur gleichen Zeit (-5.30Std!) lande ich im Norden Keralas. Am 10. Januar hat’s mich noch erwischt. Kaum war das Geburtstagsfest (98!) von Karins Mutter im Mainzer Altersheim fertig, begann ich schon zu schlottern. Erst nach einer Woche bin ich daheim zum Doktor gegangen, der mir eine schwere Grippe attestierte und Bettruhe vorschrieb! Ich hatte fiebrige Träume bzw. wunde Lippen und Nase, wo sich immer mehr Blutkrusten bildeten, die ich mit Salben wieder aufweichen musste.
Nach der zweiten Woche war der Spuk vorbei, und ich konnte wieder einigermassen funktionieren. Grade als die Coronahysterie in China losging, aber rechtzeitig, um mich vorzubereiten auf meinen 16. Kerala-Besuch! Meine Konnexions dort sind inzwischen informiert, und ich werde im Februar zu wenig Zeit haben, um alle (Besuchs)Wünsche zu erfüllen.
Nach Calicut oder besser gesagt Kozikhode muss man immer umsteigen: In Delhi, Mumbai oder Muscat. Diesmal war’s Dubai, ein aus seinen Fugen gewachsener, zum Teil supermoderner aber schlecht organisierter Flugplatz. Ich wurde zirka drei Std. «van‘t kassie naar de muur» geschickt, nur um mein Buchungsticket für Calicut zu bekommen! Die erste Etappe bis Dubai ging reibungslos. Das zweite Flugzeug, oder besser gesagt: Flugvehikel, war uralt und viel zu eng. Es gab nur Wasser pro Deo; Kaffee, Tee und Kuchen gegen Bezahlung, und das auch nur in Rupees oder Dirham (was ich nicht hatte). Und in der Toilette konnte man nicht mal aufrecht stehen. Der Flug war von 22.00h bis 7.00h (9–3 = 6Std.!). Die ganze Nacht Kindergeschrei! Eine schwierige Geburt! Immerhin erreichten wir aber Calicut rechtzeitig und unversehrt, aber psychisch angeschlagen.