Die Wahrheit zu erkennen ist das wohl höchste aller denkbaren geistigen Ziele. Das Infragestellen des Offensichtlichen ist dabei die Triebkraft!
Unterzeichneter, Th. Dirk de Boer, Sohn rechtschaffener Eltern, beide schon im gleichen Dorf geboren wie er, wohnend neben seinen Grosseltern, die schon dasselbe Schicksal teilten.

Hier, unweit der Nordseeküste von Westfriesland, wo wir jeden Sommer hingingen zum Baden und Verweilen mit unserer immer grösser werdenden Familie, lernte ich den Unterschied zwischen Ebbe und Flut.
Hier lagen die Quallen, die Seesterne. Zeichen des Geheimnisses der Meerestiefe. Ich war beeindruckt, habe nicht drüber nachgedacht.
Die Unendlichkeit habe ich damals unreflektiert erfahren.
Seitdem ist mir das Meer bei jedem Holland-Besuch ein Muss.
Das Meer ist der Vorbote des Unendlichen, stets in Bewegung, nirgends Halt, aber trotzdem eine fühlbare, unendliche Ordnung.
Das Meer befreit mich für kurze Zeit von den Schweizer Bergen.
Diese Berge, sie lassen den freien Blick nicht zu, sie nehmen mir den Horizont.
Obenstehender hatte nach 21 Monaten Dienstpflicht genug vom dörflichen Dasein. Der älteste Sohn des Hauses, Gegenstand dieses Berichts, hat sich entschlossen, gänzlich von der Tradition abzufallen. Er will, dass das Leben ihn erziehe, nicht erbliche und übliche Grundsätze. Allerdings ist er stolz, denn es war und ist ihm unmöglich, die angeborene Natur zu verleugnen. Aber er versteht unter Stolz etwas ganz Neues, gewissermassen der Zeit, in der er lebt, Entsprechendes. Er hofft, dass er modern, einigermassen geschickt und nicht ganz dumm und unbrauchbar ist, er hofft das nicht nur, sondern er weiss und will es. Er hat einen Trotzkopf, in ihm leben eben noch ein wenig die ungebändigten Geister seiner Vorfahren.
Nach Jahren der Sehnsucht und des Abwartens lernte er, kaum 23 Jahre alt, ein hübsches Mädchen kennen, aus einem fernen, schönen und wohlhabenden Land.
Er folgt ihr nur allzugern dorthin, aber glaubt weder an ein Himmelreich noch an eine Hölle. Die Zufriedenheit dessen, der ihn dort engagiert, wird sein Himmel, und das traurige Gegenteil seine vernichtende Hölle sein, aber er ist überzeugt, dass man mit ihm und dem, was er leistet, zufrieden sein wird. Dieser feste Glaube gibt ihm den Mut, der zu sein, der er ist.